Fotoimpressionen vom 60. Jubiläumsgeburtstag der Ramsauer Kirche „Zum Guten Hirten“ und Gemeindefest 2018

Festgottesdienst

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Gemeinschaft erleben beim Gemeindefest

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Fotos: Wolfgang Sauer

Eine Bericht des Berchtesgadener Anzeigers über das Gemeindefest finden Sie hier.

Der Berchtesgadener Anzeiger berichtete am 18. Juni 2018:

Der gute Hirte steht in der Idylle

Festgottesdienst zum 60-jährigen Bestehen der evangelischen Kirche Ramsau

Ramsau – In einem feierlichen Festgottesdienst feierte man gestern das 60-jährige Bestehen der evangelischen Kirche »Zum Guten Hirten« in der Ramsau. Das Gotteshaus war für die Einheimischen, aber auch in Hinblick auf die evangelischen Gäste 1958 gebaut worden. Mit seiner zeitlosen Architektur passt sich das Gebäude wunderbar in das Ramsauer Dorfensemble ein.

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Idyllischer hätte es nicht sein können, denn das vorwitzige Krähen eines Hahns begleitete den Beginn des Festgottesdienstes in der Kirche »Zum Guten Hirten«. Zahlreiche Gottesdienstbesucher waren gekommen, um dieses besondere Jubiläum zu feiern. Pfarrer Peter Schulz begrüßte alle Anwesenden und berichtete nicht ohne Stolz von dem »Facelifting«, das die Sechzigjährige in den letzten Tagen bekommen hatte. Der Pfarrer erinnerte an den Architekten Gustav Gsaenger, der die Kirche geplant hatte. »Es sollte eine Kirche sowohl für Einheimische als auch für Sommerfrischler werden.«

Die Kirche in der Ramsau hat die Veränderungen im Urlaubsverhalten erlebt, doch in ihrer Bedeutung für die Menschen vor Ort ist sie gleich geblieben. Passend zum Namen der Kirche wurde Psalm 23 im Wechsel gesprochen. Der bekannte Psalm, in dem der Herr als Guter Hirte angerufen wird.   835856 1 teaserlarge 5b26e0ee25681

In seiner Predigt ging Dekan Peter Bertram auf die Geschichte der Kirche ein. Dem damaligen Kirchenvorstand sei durchaus bewusst gewesen, dass in so einer kleinen evangelischen Gemeinde wie in der Ramsau ein eigener Kirchenbau nicht zu verantworten wäre. Doch in seinem Schreiben an den Landeskirchenrat konnte der Kirchenvorstand einige plausible Gründe anführen. Denn in der Kirche St. Sebastian wäre erst nach 11 Uhr am Sonntag ein evangelischer Gottesdienst möglich. Als Alternative böte sich die Kapelle Maria Kunterweg an. Aber einerseits sei der Anstieg sehr steil und andererseits könnte man wohl kaum einen evangelischen Gottesdienst in einer Kirche feiern, in der die Vertreibung der Protestanten durch ein Deckengemälde verherrlicht würde. Also bräuchte es aus psychologischen und praktischen Erwägungen heraus einen Kirchenneubau in der Ramsau. Zudem hatte man neben den Einheimischen auch die Gäste im Blick.

Am 21. Dezember 1957 konnte Richtfest gefeiert werden und am 27. Juli 1958 schließlich die Einweihung der Kirche. »Die Kirche steht in einer landschaftlich einzigartigen Lage«, betonte Dekan Bertram. »Die Architektur ist zeitlos und fügt sich wunderbar in die Landschaft ein. Hier ist etwas gelungen, das Bestand hat und was die Menschen in ihrem Herzen erreicht.« Der Name der Kirche passe wunderbar in ein Bergsteigerdorf hinein. Dekan Bertram zitierte den ehemaligen Bischof von Innsbruck, Reinhold Stecher, der gesagt hat: Viele Wege führen zu Gott. Einer geht über die Berge. Die Kirche liefere ein Bild des Vertrauens und der Geborgenheit. »Das Bestehen seit 60 Jahren ist ein Geschenk«, betonte der Dekan.

In seinem Grußwort erinnerte Bürgermeister Herbert Gschoßmann an die Geschichte der Protestanten in der ehemaligen Fürstpropstei. »Die Kirche steht in guter Nachbarschaft zu St. Sebastian«, stellte der Bürgermeister fest. Er überbrachte die Grüße der Gemeinde Ramsau und die Glückwünsche zum Jubiläum.

An der Liturgie waren neben Pfarrer Peter Schulz und Dekan Peter Bertram auch Pfarrer Christian Gerstner und Prädikant Rolf Bechtel beteiligt. Begleitet wurde der Gottesdienst an der Orgel von Monika Nestle und an der Geige von Roland Beier, der die Einzugsmusik auch selbst komponiert hat. Für manche Protestanten überraschend kamen die Böllerschüsse am Ende des Gottesdienstes. Doch zeigen sie, wie gut die Verwurzelung der evangelischen Kirche in der Ramsau ist. Nach dem Gottesdienst wurde das Jubiläum bei schönstem Wetter ausgiebig rund um die Kirche gefeiert. Es wurde gegrillt, Kaffee und Kuchen gegessen und vor allem viel miteinander geredet.

Text und Fotos: Christoph Merker

Eine Galerie mit Bildern vom Festgottesdienst und dem sich anschließenden Fest finden Sie hier.

Aktuelles aus alten Büchern

Ökumenischer Gesprächsabend über Katechismen

Das scheinbar eher trocken klingende Thema „Katechismus“ hatte es geschafft, zahlreiche Interessierte der Frauenbünde Berchtesgaden und Unterstein, des Familienkreises Ramsau und der Gruppe „Tee-nach-Sieben“ ins evangelische Gemeindehaus zu holen, wo die beiden Referenten des Abends, Pfr. Dr. Thomas Frauenlob und Pfr. Peter Schulz, sowohl die geschichtliche Entwicklung als auch den aktuelle Wert von Katechismen mit großem Wissen und aus eigener Erfahrung überzeugend darlegten.

T7 Oek Gespraech 2018Pfarrer Dr. Frauenlob setzte den geschichtlichen Rückblick beim Judentum und dem Midrasch an, einer Sammlung von biblischen Texten in den jeweiligen Seitenmitten, mit auslegenden Kommentaren dazu im Außenkreis – entstanden aus dem Bedürfnis gläubiger Menschen, den Willen Gottes erkennen und nach seinen Regeln leben zu können. Im Christentum wiederholte sich dann dieser Vorgang, als vom 1. bis etwa zum 5. Jahrhundert immer wieder in Synoden oder Konzilien interne Glaubensstreitigkeiten offiziell geklärt werden mussten. So konnte sich langsam die Lehre der Kirche herausbilden und Ansätze eines Katechismus entstanden, um diese Lehre auch klar beschreiben zu können. Dr. Frauenlob zeigte spannend auf, wie durch die Veränderung der Lebensumstände, der gesellschaftlichen Entwicklungen und der Sprache immer wieder Erneuerungen der Texte nötig waren: So verfasste etwa Petrus Canisius (Kirchenlehrer des 16. Jh.) einen Katechismus für seine Studenten mit Fragen und Antworten zum christlichen Glauben. Nach dem 2. Vatikanischen Konzil entstand ein deutscher Katechismus und Kardinal Ratzinger schließlich bekam von Papst Johannes Paul II. den Auftrag, einen Weltkatechismus zu verfassen.

Dr. Frauenlob stellte kurz mehrere Ausgaben vor: Den 800 Seiten umfassenden „Katechismus der katholischen Kirche“ mit seinem biblischen Fundament der Glaubenssätze, zu denen zuerst die Kirchenväter befragt und dann die aktuellen Bedeutungen aufgezeigt werden. Den 2005 erschienenen kleineren Katechismus als Kompendium für Erwachsene und die 2006 modern gestaltete Ausgabe „YOUCAT“ für junge Leute. Hier schloss sich Pfarrer Schulz an mit zwei evangelischen Katechismus-Ausgaben, dem über 1000 Seiten starken Buch für Erwachsene, das dem katholischen Katechismus ähnelt, und dem kleinen Katechismus, den Martin Luther ursprünglich für Familien zusammengestellt hatte. Luthers Grundüberzeugung war es, dass Religiosität zuallererst in der Familie entsteht. So fasste er in seinem kleinen Katechismus (den sich in Form einzelner Schriftblätter auch einfache Menschen leisten konnten) die fünf Hauptgedanken des christlichen Glaubens zusammen: Das Vaterunser, die 10 Gebote, das Glaubensbekenntnis, Taufe und Abendmahl. Für Luther war der Katechismus das Handwerkszeug, um mit der Bibel und dem eigenen Glauben umgehen zu können. Über Jahrhunderte hinweg war dieser kleine Katechismus auch ein Verkaufsschlager.

An mehreren Beispielen führte Pfarrer Schulz aus, warum sich so viele Menschen inhaltlich von diesem kleinen Katechismus angesprochen fühlten. Vor allem Luthers Sprachrhythmus aber ermöglichte es dabei den Menschen, die Texte zu verinnerlichen, zu meditieren, um dann Gedanken und Anregungen für den Alltag zu bekommen. Schulz wies aber auch eindrücklich darauf hin, wie ein Handwerkszeug nicht nur helfen, sondern als bigotte Textauslegung Menschen verbiegen und zerstören kann. Beeindruckend und berührend schlossen sich daran die vielen persönlichen Beiträge und Fragen aus der Runde an: So etwa der moralische Bankrott einer ganzen Nation nach den beiden Weltkriegen und das heutige dringende Bedürfnis nach neuem Zugang zu biblischen Texten; Glaube, der nur im Gespräch und in offenen Diskussionen entsteht und nicht durch Überstülpen oder stures Auswendiglernen. Und die innere Auseinandersetzung, welche Texte gerade das eigene Leben berühren und daher aktuell sind.

Ursula Kühlewind

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Ehrenamtsabend der Evang.-Luth. Kirchengemeinde Berchtesgaden

am 9. Mai 2018 in der Insula

Die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Berchtesgaden lud ihre vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter wie jedes Jahr wieder zu einem Ehrenamtsabend ins Kaminzimmer der Insula ein und bedankte sich mit einem Spargel-Menü, gekonnt und charmant serviert von Jugendlichen des Adipositas-Zentrums, für die viele geleistete Arbeit, ohne die Kirche nicht denkbar und möglich wäre. Besonders geehrt wurden die beiden Prädikanten Ruth Landes und Rolf Bechtel, die seit nunmehr über 20 Jahren mit Hingabe Gottesdienste abhalten. Als besonderes Highlight legte der nach langjähriger Pause wiedererstandene Zirkus AZEBU unter seinem Leiter und Conférencier Martin Huber einen schwungvollen und mitreißenden Auftritt mit gekonnter Akrobatik hin, der das dankbare Publikum zu begeistertem Beifall und Jubelstürmen hinriss. In einer Fotopräsentation ließen die Pfarrer Peter Schulz und Christian Gerstner und Diakon Markus Sellner schließlich die wichtigsten Ereignisse des vergangenen Jahres noch einmal Revue passieren. Unter anregenden Gesprächen ging ein schöner und gelungener Abend zu Ende.

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Die Pfarrer Peter Schulz (li.) und Christian Gerstner (re.) bedanken sich bei den Prädikanten Ruth Landes und Rolf Bechtel, die seit über 20 Jahren Gottesdienste gestalten.

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Der nach langer Pause heuer wiedererstandene Zirkus AZEBU zeigte unter seinem Initiator, Leiter und Conférencier Martin Huber in der Insula einen mitreißenden und umjubelten Auftritt vor den Ehrenamtlichen der Evang.-Lutherischen Kirchengemeinde Berchtesgaden.

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Text: Christian Leubner, Fotos: Wolfgang Sauer

Konfirmation 2018 in der Christuskirche Berchtesgaden

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15 Jugendliche sagten am Sonntag, den 22.04.2018, bei ihrer Konfirmation in der Christuskirche »Ja« zum Leben im Vertrauen auf Gott. Anknüpfend an den Bibelvers im Buch Samuel »ein Mensch sieht, was vor Augen ist, aber der Herr sieht das Herz an«, betonte Pfarrer Gerstner: Im Unterschied zu manchen Netzwerken im Internet sei Gott ein verlässlicher Partner, der ins Herz vorausschaue. Er sehe, was andere nicht sehen. »Nämlich was wir auf dem Herzen haben und was in uns steckt an Begabungen.« Am Vorabend hatten die Konfirmanden in der Schöpfungskirche in Bischofswiesen Buße getan, gebeichtet und das Abendmahl gefeiert. Am Sonntag wurden sie knieend vor Gott paarweise gesegnet mit ihrem Konfirmationskreuz. Als gleichberechtigte Mitglieder begrüßte sie der Vertrauensmann des Kirchenvorstands, Rainer Jung in der Kirchengemeinde. Musikalisch mitgestaltet wurde der Festgottesdienst von Dr. Elke Michel-Blagrave an der Orgel und erstmals vom Chor des Gymnasiums unter Leitung von Simone Resch.

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