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Konzert des „Trio Energetico“

am 16. Mai 2026 in der Berchtesgadener Christuskirche

2026 V 16 20.12.57Ungewöhnliche musikalische Aufführungen – vom Pro­gramm wie von der Besetzung her – sind in der Berchtesgadener Christuskirche durchaus nichts Ungewöhnliches: So auch wieder am vergangenen Sonntagabend beim Auftritt des erst vor kurzem gegründeten „Trio Energetico“. Es besteht aus der Flötistin Bettine Clemen, dem Gitarristen Berislaw Beus und dem Musik­schul­lehrer Viktor Ipatow, der abwechselnd gleich mit drei verschiedenen Instrumenten auftrat, nämlich Knopf­akkordeon, Gitarre und (dreieckiger und dreisaitiger) Balalaika. Alle drei Musiker sind übrigens in unserer Region ansässig. Der Zusammenklang dieser unterschiedlichen Instrumente war ausgesprochen füllig und harmonisch, und zwar in allen Sparten des Pro­gramms, ob klassisch, volksmusikalisch oder modern.

Die 15 Programm­nummern umfassten bunt gemischt u. a.: Aus dem klas­si­schen Bereich eine Passa­caglia von Georg Friedrich Händel, in der die einzelnen Varia­tionen auf die verschiedenen Instrumente verteilt waren, und Mozarts bekanntes „Rondo alla turca“, das bei enormer Geschwindigkeit von allen drei Musikern präzise dargeboten wurde. Aus dem Unterhaltungsbereich den gefühlvoll dargebotenen „Goldfather Waltz“ von Nino Rota, von James Last „Der einsame Hirte“ sowie eine gefühlvoll dargebotene spanische Romanze von Anonymus. Dann eine peruanische, eine jüdische und eine irische Volksweise. Für südamerikanisches Flair schließlich sorgten u. a. der rhythmisch komplizierte „Libertango“ des Tangoklassikers Astor Piazzolla und – als emotionaler Höhepunkt – der Ohrwurm im unwiderstehlichen Sambarhythmus „Tico tico“. Den virtuosen Höhepunkt bildete schließlich der mitreißende Csardas von Vittorio Monti. Alle drei Musiker konnten ihrem Temperament und ihrer Fingerfertigkeit freien Lauf lassen. Und der Funke sprang auf das Publikum über. Im direkten Kontrast dazu wurde schließlich beim Abschlussstück dem Aufführungsort Rechnung getragen: Es erklang das „Hallelujah“ von Leonard Cohen. Zwischendurch erläuterte Bettine Clemen mit Tonbeispielen die enorme Vielfalt unterschiedlicher Flöten, die die meisten Menschen nicht kennen – von der Piccolo- bis zur Bassflöte, von der sonoren Indianerflöte über die grifflochlose Norwegerflöte bis zur gerade einmal handtellergroßen chilenischen Flöte.

Die voll besetzte Kirche und der anhaltende Beifall zeigten, dass die Veranstalter mit diesem Konzert einen glücklichen Griff getan haben. Es war gewiss nicht das letzte dieser Art.

Text: Roland Beier, Foto: Alexander Stocker