Fortschritte im Bartang-Tal

Berührender Bilder-Vortrag von Gisela und Peter Bondes im evangelischen Gemeindesaal

Das Ehepaar Bondes zeigte im Januar wieder mit Film und zum Teil bewegenden Bildern, was sich im Bartang-Tal mit ihrer Hilfe und der Unterstützung vieler Engagierter im vergangenen Jahr Neues entwickeln konnte. Dazu eingeladen hatten die Frauenbünde Marktschellenberg und Unterstein, der Familienkreis Ramsau sowie die Gruppe „Tee-nach-Sieben“. Und der bis auf das letzte Bänkchen belegte Gemeindesaal zeigte das große Interesse an diesem Projekt.

Gisela Bondes hatte vor allem von dem Neubau der Krankenstation Bilder zusammengestellt, die den zügigen Fortschritt des Baus gut zeigten. Da es im Tal weder Baufahrzeuge, noch die hier üblichen Baumaschinen gibt, hatten die Dorfbewohner sogar beeindruckend große Felsbrocken auf dem Rücken zur Baustelle getragen. Der Lehm für die Ziegel wurde mit Schaufeln gemischt und der Putz im Innern mit den Händen an den Wänden verrieben. Der Verein von Gisela und Peter Bondes war dabei für das Baumaterial aufgekommen und zahlte den Arbeitern auch Lohn – was für die Pamiri den großen Vorteil hat, nicht nach Russland fahren und dort als Niedriglohn-Ausgebeutete Geld verdienen zu müssen. Was wiederum der Landwirtschaft im Tal und auch den Familien allgemein zugute kam.

Optisch beeindruckend waren die Fotos der hölzernen Fenster, Türen und vor allem der Holzdecke im Innern der Krankenstation. Da der Bau in der Hand der Dorfbewohner lag, fühlten sie sich auch verantwortlich dafür. Sie brachten ihre eigenen Ideen ein, sind stolz auf ihre Leistungen und bauen ausgewählt schön – so etwa die typischen Pamir-Dachfenster, die den vier Elementen nachgebildet werden oder die Aufgangstreppe, die durch die gänzlich verschiedenen Steine ein lebendiges Muster bekommen hat. Tief bewegend waren schließlich die Aufnahmen des Ichthyos-kranken Kindes (mit einer Verhornung der trockenen und schuppenden Haut), dessen furchtbare Krankheit wenigstens gemildert werden konnte. Und das auf den letzten Bildern sogar schon ein wenig lachte.

Peter Bondes‘ Traum für eine bessere Welt würde eine Art Patenschaft vorsehen zwischen möglichst vielen Orten des reicheren Teils unserer Erde und jeweils einem Ort der sogenannten Dritten Welt: Jede/r könnte auf diese Weise Verantwortung übernehmen, Spenden kämen sinnvoll vor Ort an und es würden Verständnis und Freundschaft wachsen können. Dass dies funktionieren kann, das zeigte gerade dieser Abend: Im Kleinen war es die freundschaftliche Zusammenarbeit der Frauengruppen im Talkessel, die den Abend vorbereitet hatten – und die damit das unglaubliche Engagement im Großen, im Bartang-Tal, von Gisela und Peter Bondes unterstützen konnten. Das ist wertvolle Hilfe zur Selbsthilfe. So zeigte der Abend sowohl, wie viel zwei Menschen erreichen können, die sich mit Herzblut für andere Menschen einsetzen als auch, wie viel an Hilfsbereitschaft und Großzügigkeit nach wie vor vorhanden ist, gegen alle Unkenrufe der Zeit. Weitere Informationen über den Verein unter: www.pamir-hilfe.de

Ursula Kühlewind

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