Gemeinsam die Schöpfung bewahren

Feierlicher Gottesdienst in der Christuskirche zu 30 Jahre „Pamita“

DSC01418a„Pamita“, das steht für „Partner­schaft mit Tan­sania“ und damit seit 30 Jahren für die ver­ant­wortungs­volle Partner­schaft von 16 Kirchen­ge­mein­den des De­kanats Traun­stein mit dem De­kanat Mpwap­wa in Tansania. Mit einem be­son­deren Gottes­dienst wurde dieses Part­ner­schafts­jubi­läum nicht nur gefeiert, sondern auch mit zukunfts­fähigen Gedanken und konkreten Spenden bedacht. Annegret Gaffal, stellvertretende Missionsbeauftragte des Dekanats, hatte dazu mit ihrem Gatten die Christuskirche mit bunten afrikanischen Tüchern ausgeschmückt, deren leuchtende Farben mit der Maien-Sonne um die Wette strahlten.

Pfarrer Christian Gerstner freute sich über alle, die sich an einem so schönen Sonn­tag auf­gemacht hatten, ge­mein­sam diesen Part­ner­schafts-Got­tes­dienst zu feiern. Gerade der Sonn­tag „Rogate“ wolle ja dazu ein­laden, für­einander und mit­einander zu beten und ge­mein­sam zu handeln, wie es auch die Lesung durch KV-Mitglied Lena Kurz zeigte. Nicht nur der Glaube verbinde Part­ner, sondern auch die oft ganz ähnlichen Sor­gen be­son­ders wegen des Klima­wandels. Über den eigenen Teller­rand hin­aus­zu­schauen, sich des eigenen Wohl­stands bewusst zu werden und damit auch Ver­ant­wor­tung für andere zu übe­rnehmen, dazu gebe das Gebet Kraft – ähnlich wie die Musik, mit der Monika Nestle an der Orgel und Wolfgang Greiner mit seiner Posaune die Men­schen be­rühr­ten.

DSC01431aIn seiner Predigt zeigte Pfar­rer Gerst­ner ein­dring­lich auf, wie sehr der bedroh­liche Klima­wandel die gesamte Welt betreffe und mit dem Auftrag Gottes, diese Welt »zu be­bauen und zu be­wah­ren«, auch alle Menschen mit in die Ver­ant­wor­tung nehme. Ein In­forma­tions­blatt mit Bildern wies dabei einen möglichen Weg, wie er konkret gerade im Dekanat Mpwapwa begangen werde: Das neue Projekt „Ernäh­rungs­sicherung“ solle dort helfen, das lebens­not­wen­dige Regen­wasser zu speichern, um Hungers­nöte zu vermeiden. Dazu wurden die Land­wirte ange­leitet, auf den Fel­dern Wälle und Fur­chen zu graben, um das Ab­fließen des Wassers zu vermeiden, während in der Nähe Becken angelegt wurden, um Regen­wasser speichern zu können. Diese Maß­nahmen konnten sich auch schon be­wäh­ren, da es seit Ende Dezember endlich wieder geregnet hatte.

Dieses neue Projekt sei zwar nur ein kleines Mosaik­steinchen, so Gerstner; doch es gebe den Klein­bauern Hoff­nung. Verant­wortung fange für ihn bei jedem Ein­zel­nen an; und Wohl­stand mache in be­son­de­rem Maße ver­ant­wort­lich. Ihm persön­lich schenke vor al­lem die junge Ge­ne­ra­tion Hoff­nung, die öffent­lich Druck mache, den Klima­wandel nicht einfach hin­zunehmen, sondern etwas zu ver­ändern. Gebete haben da ihr ganz eigenes Gewicht, so wie auch die guten Fürbitten, gelesen von Dieter Bobek, der die Lage in Tan­sania von eigenen Besuchen her kennt. Beten und Tun, so Pfar­rer Gerst­ner, gehören eng zusammen und können den nötigen Mut für eine lebens­werte Zu­kunft für alle Men­schen geben, auch wenn es noch ein weiter Weg sein mag.

Entzünden der Osterkerze Der Gesang von Pfarrer Christian Gerstner wird von Teresa Biller mit ihrer Klarinette begleitet. Ostergottesdienst Unterstein DSC01383

Ursula Kühlewind