Viele Gründe zu danken

Erntedank-Gottesdienst in der Christuskirche

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Ein prächtiger Erntedank-Altar, bunt wie die Fülle des Herbstes und von Jugendlichen und Erwachsenen aus der Gemeinde wunderschön geschmückt, erfreute schon beim Betreten der Christuskirche das Auge – und prägte die Atmosphäre aus fröhlicher Dankbarkeit und festlicher Freude im Gottesdienst. So begrüßte Pfarrer Dr. Josef Höglauer auch voller Freude die vielen großen und kleinen Menschen, die ebenfalls das Bedürfnis hatten, gemeinsam zu feiern und zu danken. Gründe, Gott zu danken, so Pfarrer Höglauer, gebe es viele – für das eigene Leben, für die Lebensumstände und für Menschen. Für ihn seien da aber noch drei weitere ganz konkrete Dankes-Gründe an diesem Erntedank-Sonntag – und zwar Dank dafür, dass wieder ein Kirchenchor im Gottesdienst singt; dafür, dass wieder zeitgleich Kindergottesdienst stattfinden kann; und dafür, dass mit der Taufe eines Neugeborenen die Gemeinschaft der Christen ein neues Mitglied bekommen habe.

Pfarrer Höglauer stellte diese Taufhandlung an den Beginn des Gottesdienstes und erinnerte vor allem daran, dass Taufe ein Geschenk des Segens sei und die Zusage Gottes, immer für die Menschen da zu sein, ihnen beim Wachsen zu helfen. Beim Taufakt selbst wirkten die vielen Kinder rund um das Taufbecken gerne und mir großem Interesse als Zeugen mit, um danach mit Katharina Luibl und Jeanette Leitner in das Gemeindehaus zu wechseln und dort Kindergottesdienst feiern zu können.

Im Predigttext aus dem 2. Brief des Paulus an die Korinther zeigte Pfarrer Dr. Höglauer dann auf, was es bedeute, dass Gott einen fröhlichen Geber lieb habe: Paulus erweiterte darin, über die lebensnotwendigen Pflanzen hinaus, den Dank auf alles, was im Leben wachse und Segen brauche. Der Mensch selbst müsse aber offen sein und sich mit Segen beschenken lassen wollen; nur dann könne man auch den Segen weitergeben. Es gehe vor allem darum, nicht „kärglich“ und engstirnig zu säen und zu ernten, sondern offen, freigebig und sinnvoll-kritisch zu leben. Und das gab er auch in den Alltag mit – offen zu bleiben für Gottes Segen, um wie der kleine Täufling auch, in Segen und mit Dankbarkeit wachsen können.

Begleitet und feierlich ausgestaltet wurde der Gottesdienst vom Kirchenchor, mit Monika Nestle an der Orgel und Bettine Clemen an der Flöte. Zum Abschluss wurden die GottesdienstbesucherInnen mit dem bekannten und geradezu verzaubernden Stück „Badinerie“ von J. S. Bach beschenkt, bei dem Bettine Clemen die Flötentöne wie Perlen durch das sonnendurchflutete Kirchenschiff tanzen ließ, kongenial begleitet von Monika Nestle an der Orgel. Reine Freude, dass „wirkliche Musik" wieder Gottesdienste bereichern kann.

Ursula Kühlewind