Eine starke Gruppe!
17 Konfirmandinnen und Konfirmanden gestalten
den Sonntags-Gottesdienst in der Christuskirche Berchtesgaden
am 19. April 2026
Ein volles Kirchenschiff mit vielen jungen Menschen „an Bord“ (die aktuelle Konfirmandengruppe mit ihren Eltern), dazu schwungvolles Orgelspiel zur Begrüßung (von Monika Nestle) und dann ein Pfarrer, der „nur“ moderiert (Dr. Josef Höglauer), aber 17 Konfirmandinnen und Konfirmanden, die eigenverantwortlich und höchst engagiert den Sonntags-Gottesdienst gestalten (und sogar Lieder auf der Orgel begleiten) – so konnte mit Freude mitgefeiert sowie Gott und auch einander begegnet werden.
Nach einer sympathischen, namentlichen Vorstellung vor der Gemeinde übernahmen die Jugendlichen in kleineren und größeren Gruppen die vorbereiteten Aufgaben, angefangen von der Begrüßung über die Lesung bis zum Abschlusssegen. Das Thema des Gottesdienstes lautete „der Durchzug durch das Schilfmeer“. Dazu hatten sich alle intensiv und sehr persönlich Gedanken gemacht und dadurch die Gemeinde mit hineingenommen.
Grundlage dafür war der Moment, als die Israeliten beim Auszug aus Ägypten vor dem vermeintlich unüberwindbaren Meer standen. Für Pfarrer Dr. Josef Höglauer sei die Bibel zwar ein altes, aber kein verstaubtes Buch, in dem Menschen aus einer anderen Zeit und einer anderen Welt von ihrer Erfahrung mit Gott berichteten. Wie erstaunlich aktuell allerdings diese Erfahrungen waren, das zeigten die Jugendlichen mit ihren tief gehenden und treffenden Gedanken auf ganz verschiedene Weise auf:
Eine Gruppe übertrug spannend die Angst der Israeliten vor den Meereswellen auf ihre eigenen Ängste, symbolisiert durch Steine, die vor dem Altar abgelegt wurden. Eine andere Gruppe machte in einem kleinen Anspiel klar, wie sehr sie sich wünschten, mit ihren realen Ängsten von den Erwachsenen auch ernst genommen zu werden. Und wiederum andere Konfirmanden übersetzten das „Gelobte Land“ der Israeliten in ihre eigenen Wünsche für die Zukunft oder zählten berührend und mit Witz auf, bei passender Musikuntermalung, was für sie die Punkte seien, auf die sie vertrauten. (Einige von ihnen hätten sogar noch mehr Text übernommen, so beschäftigte sie das Thema.)
Auch die Einladung zu den Veranstaltungen der kommenden Woche sowie die persönlichen und über den eigenen Tellerrand hinausgehenden Fürbitten hatte die Konfi-Gruppe übernommen, um schließlich nach dem gemeinsamen Vaterunser der Gemeinde einen bewegenden Segen mitzugeben „Der Herr sei immer bei dir …“. Pfarrer Dr. Josef Höglauer bedankte sich herzlich bei seiner Gruppe gerade für ihren Mut, diesen Gottesdienst so selbstständig gestaltet und ins Heute übertragen zu haben, dass die Erwachsenen spüren konnten, was Jugendliche bewegt. Die Gemeinde schloss sich mit dankbarem Applaus an.
Text: Ursula Kühlewind, Fotos: Wolfgang Sauer
